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Cluster Automobilproduktion und -technologie (AZ) minimieren 


Gliederung des Clusters:

  • Automobilhersteller
  • Zulieferer 1. Stufe - Fahrzeugkomponenten
  • Zulieferer 1. Stufe - Kunststoff
  • Zulieferer 1. Stufe - Elektronik
  • Zulieferer 1. Stufe - Metallbereich
  • Zulieferer 2. Stufe - Kunststoff
  • Zulieferer 2. Stufe - Elektronik
  • Zulieferer 2. Stufe - Sonstiges
  • nachgelagerte und sonstige Zulieferer
  • unterstützende Einrichtungen und Dienstleister

 Produkte des Clusters 

  • Herstellung hochwertiger Automobile
  • zahlreiche Schwerpunkte im Zulieferbereich: u.a. Kunststoff- und Elektronikkomponenten, Fahrzeuginnenausstattung
Leitbetriebe
  • im Zentrum der Untersuchungsregion: BMW Werk Regensburg mit mehr als 40 direkten Zulieferern im Umkreis
  • ebenfalls in der Untersuchungsregion: BMW Werk Dingolfing, am Rande der Region: Audi Ingolstadt
  • Zulieferer der 1. Stufe mit Zentralfunktionen am Standort: Continental Automotive Group, Beinbauer Automotive, Harman/ Becker, Hör Technologie, Müller Präzision, Webasto, Die Wethje Kunststofftechnik
Geographische Schwerpunkte
  • Östliches Stadtgebiet Regensburg und angrenzende Teile des Landkreises Regensburg
  • Innovationspark Wackersdorf
  • unabhängig hiervon finden sich einige Unternehmen aus dem Nutzfahrzeugbereich in Niederbayern
Struktur des Clusters
  • ausgeprägte Zulieferpyramide
  • feinabgestimmte Produktions- und Transportlogistik (just-in-time, just-in-sequence) 
  • branchenübergreifende Wertschöpfungsketten 

Entwicklungstendenzen

  • durch verstärktes Outsourcing Fertigungstiefe weiter abnehmend
  • Produktvielfalt steigt durch zunehmende Individualisierung der Endprodukte
  • weiter fortschreitende Flexibilisierung der Produktionsprozesse
  • Produktentwicklung zunehmend vor Ort
  • noch stärkere Bedeutung logistischer Abstimmung
Clusterrelevante Links
 
Cluster Automotive Bayern www.cluster-automotive.de
BayDat - Das Transferportal der bayerischen Universitäten und Hochschulen www.baydat.de
  Innovationspark Wackersdorf www.innovationspark-wackersdorf.de

 


 

 

 

 

Detailinformationen - Struktur des Clusters Automobilproduktion und -technologie

 
In der weiteren Region sind zwei bedeutende Automobilhersteller mit drei Produktionswerken (BMW Regensburg, BMW Dingolfing und Audi Ingolstadt) ansässig. Zahlreiche Zulieferer der ersten, zweiten und dritten Stufe sind im größeren Umkreis der Werke zu finden. Einige der nachgelagerten Produktionsstätten wurden hier aufgrund der räumlichen Nähe zu den genannten Herstellern angesiedelt und sind entsprechend stark auf diese Kunden ausgerichtet - diese sind auch oftmals keine eigenständigen Unternehmen, sondern Teil einer Gruppe oder Holding und stark produktionsorientiert. Begünstigt wurden diese Ansiedlungen in den '70er und '80er Jahren durch Förderpolitik und die gute Verfügbarkeit von Produktionsfaktoren.

Beim Großteil der Zulieferbetriebe handelt es sich allerdings um seit langem in der Region ansässige Unternehmen. Sie sind in den verschiedensten Branchen (Elektronik, Kunststoff- und Metallverarbeitung, Glas, Sondermaschinenbau) tätig, haben in der Regel eine breitgefächerte Kundenbasis und oftmals erst im Lauf der Zeit auch für die Automobilindustrie interessante Produkte entwickelt. Ebenso finden sich Unternehmen, die aufgrund von Outsourcing der Hersteller entstanden sind.

Im Fahrzeugbau besteht eine allgemeine Tendenz, bestimmte und durch ihre Entwicklungskapazitäten in Betracht kommende direkte Zulieferer als Systemlieferanten einzubinden. Für die Zulieferer, die die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, bedeutet dies einen Zwang zum Wachstum, der Markt wird dadurch ausgedünnt. Um diese Entwicklung nicht ausufern zu lassen und um eine zu starke Abhängigkeit von nur einem Zulieferer zu vermeiden, betreiben die Hersteller double oder triple sourcing.

Die enge Verflechtung zwischen Endprodukthersteller und Systemlieferant etabliert eine Kooperationsbeziehung, die über ein gewöhnliches Lieferanten-Abnehmer-Verhältnis deutlich hinausgeht. Beispielsweise kann der Endprodukthersteller die Offenlegung der Kalkulationen seiner Systemlieferanten verlangen. Typischerweise werden Werkzeuge dieses direkten Zulieferers vom Hersteller bezahlt. Kosten und Risiken für Vorleistungen verbleiben allerdings bei den Lieferanten.

Die Standortentscheidung des Zulieferers hängt in hohem Maße davon ab, wo der Endprodukthersteller angesiedelt ist. In der Regel besteht dieser auf räumlicher Nähe, eine Forderung, die der Zulieferer erfüllt. Dies ergibt sich unter anderem aus dem Produktionsablauf des Automobilherstellers. Ein Großteil der Komponenten muss just-in-sequence direkt ans Band geliefert werden. Da die endgültige Reihenfolge der individuellen Modelle auf der Produktionsstraße erst sehr spät feststeht, erfahren Zulieferer wie z.B. der Sitzhersteller Lear mit Sitz in Wackersdorf 5 Stunden vor dem Einbau des Sitzes die genaue Reihenfolge und Spezifikation. In diesem Zeitraum wird ein Sitz montiert, verladen und zu BMW Regensburg geliefert - etwa alle 45 Minuten verlässt ein LKW das Lear-Werk. Falls Zulieferer ihren Sitz in nicht ausreichender räumlicher Nähe für eine derart kurzfristige Ankündigung haben werden auch Konsignationslager vor den Toren des Automobilherstellers, wie z.B. bei Audi Ingolstadt, genutzt.

In der Zulieferkette bestehen sehr enge vertikale Verbindungen, die aber in der Regel nur eine Stufe "nach unten" bzw. "nach oben" reichen. Dabei werden Vorgaben von der jeweils höheren Stufe weitergereicht. Zulieferer der gleichen Stufe haben meist kaum miteinander zu tun, die Kenntnisse über den jeweilig anderen Betrieb sind nicht sehr ausgeprägt. Allerdings gibt es die Institution des "Lieferantentags" beim Endprodukthersteller, bei dem sich die Produzenten der einzelnen Komponenten kennen lernen können. Unabhängig vom Automobilbereich ist der Nutzfahrzeugbau. Im Raum Straubing und Passau sind einige Nutzfahrzeughersteller bzw. große Komponenten- und Systemlieferanten ansässig.
 
Regionale Bedeutung von BMW Regensburg
 
Eine Reihe von Firmen im Raum Regenburg sind zum Teil stark auf BMW ausgerichtet. Im 100 km-Umkreis des Werkes sind mehr als 40 direkte Zulieferer zu verzeichnen, dazu kommen zahlreiche indirekte Zulieferer der zweiten und dritten Stufe. Allein mit den in Ostbayern ansässigen Systemlieferanten erreicht das BMW-Werk Regensburg bis zum Jahr 1999 ein Einkaufsvolumen von knapp 640 Mio. ?. Zudem war die Ansiedlung des Werkes in Regensburg-Harting 1987 in der Region im ersten Jahrzehnt mit Investitionen in Höhe von 2 Mrd. ? verbunden und schuf bei den Zulieferern bis 2000 etwa 8.000 neue Arbeitsplätze, bis 2006 ca. 15.000. BMW Regensburg fertigte 1999 mit einer Tagesproduktion von etwa 800 Autos ca. 218.000 Fahrzeuge pro Jahr, kurz darauf überstieg die Tagesproduktion die Tausendermarke - dies entspricht etwa einem Viertel der gesamten BMW-Produktion. Der hier generierte Umsatz übersteigt 5 Mrd. Euro pro Jahr.
 
Innovationspark Wackersdorf
 
Aktuell sind die BMW Group, Automobilzulieferfirmen und Dienstleistungsunternehmen ansässig. Die Kompetenzen des Industrie-, Gewerbe- und Logistikparks liegen derzeit auf den Bereichen
 
- Logistik, CKD Auslandsversorgung
- Cockpit Instrumententafel
- Sitze- und Schaumfertigung
- Tür- und Seitenverkleidungen
- Systemkomponenten aus Kunststoff
- Carbonfasergelegefertigung (2010 neu angesiedelt).
 
Enge Zusammenarbeit in gemeinsamen Kreisen ermöglicht es, kostensparende Synergien zu realisieren. Partnerschaft und Kommunikation sind er Schlüssel zum Erfolg. Zahlreiche Servicepartner vor Ort (Facility Management, Gastronomie, Gesundheitsdienst, Werksicherheit und Feuerwehr) bieten einen optimalen Rundum-Service. Darüber hinaus bietet der Innovationspark Potenziale für weitere Ansiedlungen durch Industrie, Gewerbe und Handel. Weitere Informationen unter Innovationspark Wackersdorf (www.innovationspark-wackersdorf.de) und auf dem Datenblatt in CORIS.
 
 
Entwicklungstendenzen
 
Die Entwicklungsphasen in der Automobilindustrie verkürzen sich ständig. Dies führt zu einer Verlagerung eines Teils der Produktentwicklung der Automobilhersteller vor Ort in ihre Produktionswerke, da eine direkte Abstimmung zwischen den Konstrukteuren und den Planern der Prozessabläufe eine Beschleunigung der Umsetzung ermöglicht.

Von den seit Jahren steigenden Produktionszahlen bei BMW profitieren auch die Zulieferer. Die Einschätzung herrscht vor, dass die Fertigungstiefe bei BMW weiter zurückgehen wird und die Bedeutung enger und guter Beziehungen zu den Zulieferern damit noch zunimmt.

Als weiterer Trend in der Automobilindustrie wird gesehen, dass bei den Zulieferteilen die Produktvielfalt ansteigt, was ein Sinken der Stückzahlen pro Variante impliziert. Diese Entwicklung, gepaart mit dem Service für Endkunden, die Ausstattung ihres Fahrzeuges bis wenige Tage vor der Herstellung noch ändern zu können, verkompliziert die Logistik und Produktionsplanung der Zulieferer zunehmend. Die regionale Nähe der Systemzulieferer zu den Automobilherstellern wird demnach weiterhin wichtig sein.

Auch das Outsourcing von bisher selbst erbrachten Leistungen wird zunehmen. In der Regel werden davon Unternehmen - Handwerker, Dienstleister und Industriebetriebe aller Art und Größe - profitieren, die im Umfeld der Werke liegen und sich flexibel auf die Bedürfnisse und hohen Qualitätsstandards der Automobilhersteller einstellen können. So wird z.B. erwartet, dass bis zu 80% (heute rund 40%) der elektronischen Teile eines Automobils von Zulieferern kommen werden.

 
Verbindungen zu anderen Clustern 

Zahlreiche Unternehmen aus dem Elektronik- und Kunststoffbereich sind Automobilzulieferer der ersten und zweiten Stufe und damit eng in die Entwicklung eingebunden. Bereits heute kommen rund 90% der Innovationen im Automobilbau aus der Elektronik.

Sensoren werden im Automobilbau zunehmend wichtig - Fahrzeuge der Premiummarken beinhalten über 100 entsprechende Systeme.

In der Region gibt es mit Flabeg einen Hersteller von technischem Glas, der Marktführer im Bereich Autospiegel ist.

Eine wichtige Rolle für den Wirtschaftszweig spielen die in Ostbayern ansässigen Sondermaschinenbauer, die auch Automobilwerke und deren Zulieferer ausrüsten.

Zudem werden komplette Logistikanlagen und Lagersysteme aus der Region bezogen. So ist Witron Generalunternehmer für Hochregallager, Gebhardt fertigt kundenspezifische Verpackungen und organisiert die innere Transportlogistik.

Aus der Informationstechnologie gibt es Zulieferer für spezialisierte Software z.B. für Steuerungen und Prozessoptimierung, zudem werden die üblichen Dienstleistungen wie Webdesign nachgefragt. Auch die Life Sciences bzw. die Biotechnologie können künftig Partner der Automobilindustrie werden, so wie es schon anderweitig praktiziert wird. Potenzial für gemeinsame Entwicklungen gibt es z.B. bei neuen Antriebssystemen, Kraftstoffen oder Karosserieteilen aus nachwachsenden Rohstoffen.

 


Gliederung des Clusters:

  • Automobilhersteller
  • Zulieferer 1. Stufe - Fahrzeugkomponenten
  • Zulieferer 1. Stufe - Kunststoff
  • Zulieferer 1. Stufe - Elektronik
  • Zulieferer 1. Stufe - Metallbereich
  • Zulieferer 2. Stufe - Kunststoff
  • Zulieferer 2. Stufe - Elektronik
  • Zulieferer 2. Stufe - Sonstiges
  • nachgelagerte und sonstige Zulieferer
  • unterstützende Einrichtungen und Dienstleister

 Produkte des Clusters 

  • Herstellung hochwertiger Automobile
  • zahlreiche Schwerpunkte im Zulieferbereich: u.a. Kunststoff- und Elektronikkomponenten, Fahrzeuginnenausstattung
Leitbetriebe
  • im Zentrum der Untersuchungsregion: BMW Werk Regensburg mit mehr als 40 direkten Zulieferern im Umkreis
  • ebenfalls in der Untersuchungsregion: BMW Werk Dingolfing, am Rande der Region: Audi Ingolstadt
  • Zulieferer der 1. Stufe mit Zentralfunktionen am Standort: Continental Automotive Group, Beinbauer Automotive, Harman/ Becker, Hör Technologie, Müller Präzision, Webasto, Die Wethje Kunststofftechnik
Geographische Schwerpunkte
  • Östliches Stadtgebiet Regensburg und angrenzende Teile des Landkreises Regensburg
  • Innovationspark Wackersdorf
  • unabhängig hiervon finden sich einige Unternehmen aus dem Nutzfahrzeugbereich in Niederbayern
Struktur des Clusters
  • ausgeprägte Zulieferpyramide
  • feinabgestimmte Produktions- und Transportlogistik (just-in-time, just-in-sequence) 
  • branchenübergreifende Wertschöpfungsketten 

Entwicklungstendenzen

  • durch verstärktes Outsourcing Fertigungstiefe weiter abnehmend
  • Produktvielfalt steigt durch zunehmende Individualisierung der Endprodukte
  • weiter fortschreitende Flexibilisierung der Produktionsprozesse
  • Produktentwicklung zunehmend vor Ort
  • noch stärkere Bedeutung logistischer Abstimmung
Clusterrelevante Links
 
Cluster Automotive Bayern www.cluster-automotive.de
BayDat - Das Transferportal der bayerischen Universitäten und Hochschulen www.baydat.de
  Innovationspark Wackersdorf www.innovationspark-wackersdorf.de

 


 

 

 

 

Detailinformationen - Struktur des Clusters Automobilproduktion und -technologie

 
In der weiteren Region sind zwei bedeutende Automobilhersteller mit drei Produktionswerken (BMW Regensburg, BMW Dingolfing und Audi Ingolstadt) ansässig. Zahlreiche Zulieferer der ersten, zweiten und dritten Stufe sind im größeren Umkreis der Werke zu finden. Einige der nachgelagerten Produktionsstätten wurden hier aufgrund der räumlichen Nähe zu den genannten Herstellern angesiedelt und sind entsprechend stark auf diese Kunden ausgerichtet - diese sind auch oftmals keine eigenständigen Unternehmen, sondern Teil einer Gruppe oder Holding und stark produktionsorientiert. Begünstigt wurden diese Ansiedlungen in den '70er und '80er Jahren durch Förderpolitik und die gute Verfügbarkeit von Produktionsfaktoren.

Beim Großteil der Zulieferbetriebe handelt es sich allerdings um seit langem in der Region ansässige Unternehmen. Sie sind in den verschiedensten Branchen (Elektronik, Kunststoff- und Metallverarbeitung, Glas, Sondermaschinenbau) tätig, haben in der Regel eine breitgefächerte Kundenbasis und oftmals erst im Lauf der Zeit auch für die Automobilindustrie interessante Produkte entwickelt. Ebenso finden sich Unternehmen, die aufgrund von Outsourcing der Hersteller entstanden sind.

Im Fahrzeugbau besteht eine allgemeine Tendenz, bestimmte und durch ihre Entwicklungskapazitäten in Betracht kommende direkte Zulieferer als Systemlieferanten einzubinden. Für die Zulieferer, die die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, bedeutet dies einen Zwang zum Wachstum, der Markt wird dadurch ausgedünnt. Um diese Entwicklung nicht ausufern zu lassen und um eine zu starke Abhängigkeit von nur einem Zulieferer zu vermeiden, betreiben die Hersteller double oder triple sourcing.

Die enge Verflechtung zwischen Endprodukthersteller und Systemlieferant etabliert eine Kooperationsbeziehung, die über ein gewöhnliches Lieferanten-Abnehmer-Verhältnis deutlich hinausgeht. Beispielsweise kann der Endprodukthersteller die Offenlegung der Kalkulationen seiner Systemlieferanten verlangen. Typischerweise werden Werkzeuge dieses direkten Zulieferers vom Hersteller bezahlt. Kosten und Risiken für Vorleistungen verbleiben allerdings bei den Lieferanten.

Die Standortentscheidung des Zulieferers hängt in hohem Maße davon ab, wo der Endprodukthersteller angesiedelt ist. In der Regel besteht dieser auf räumlicher Nähe, eine Forderung, die der Zulieferer erfüllt. Dies ergibt sich unter anderem aus dem Produktionsablauf des Automobilherstellers. Ein Großteil der Komponenten muss just-in-sequence direkt ans Band geliefert werden. Da die endgültige Reihenfolge der individuellen Modelle auf der Produktionsstraße erst sehr spät feststeht, erfahren Zulieferer wie z.B. der Sitzhersteller Lear mit Sitz in Wackersdorf 5 Stunden vor dem Einbau des Sitzes die genaue Reihenfolge und Spezifikation. In diesem Zeitraum wird ein Sitz montiert, verladen und zu BMW Regensburg geliefert - etwa alle 45 Minuten verlässt ein LKW das Lear-Werk. Falls Zulieferer ihren Sitz in nicht ausreichender räumlicher Nähe für eine derart kurzfristige Ankündigung haben werden auch Konsignationslager vor den Toren des Automobilherstellers, wie z.B. bei Audi Ingolstadt, genutzt.

In der Zulieferkette bestehen sehr enge vertikale Verbindungen, die aber in der Regel nur eine Stufe "nach unten" bzw. "nach oben" reichen. Dabei werden Vorgaben von der jeweils höheren Stufe weitergereicht. Zulieferer der gleichen Stufe haben meist kaum miteinander zu tun, die Kenntnisse über den jeweilig anderen Betrieb sind nicht sehr ausgeprägt. Allerdings gibt es die Institution des "Lieferantentags" beim Endprodukthersteller, bei dem sich die Produzenten der einzelnen Komponenten kennen lernen können. Unabhängig vom Automobilbereich ist der Nutzfahrzeugbau. Im Raum Straubing und Passau sind einige Nutzfahrzeughersteller bzw. große Komponenten- und Systemlieferanten ansässig.
 
Regionale Bedeutung von BMW Regensburg
 
Eine Reihe von Firmen im Raum Regenburg sind zum Teil stark auf BMW ausgerichtet. Im 100 km-Umkreis des Werkes sind mehr als 40 direkte Zulieferer zu verzeichnen, dazu kommen zahlreiche indirekte Zulieferer der zweiten und dritten Stufe. Allein mit den in Ostbayern ansässigen Systemlieferanten erreicht das BMW-Werk Regensburg bis zum Jahr 1999 ein Einkaufsvolumen von knapp 640 Mio. ?. Zudem war die Ansiedlung des Werkes in Regensburg-Harting 1987 in der Region im ersten Jahrzehnt mit Investitionen in Höhe von 2 Mrd. ? verbunden und schuf bei den Zulieferern bis 2000 etwa 8.000 neue Arbeitsplätze, bis 2006 ca. 15.000. BMW Regensburg fertigte 1999 mit einer Tagesproduktion von etwa 800 Autos ca. 218.000 Fahrzeuge pro Jahr, kurz darauf überstieg die Tagesproduktion die Tausendermarke - dies entspricht etwa einem Viertel der gesamten BMW-Produktion. Der hier generierte Umsatz übersteigt 5 Mrd. Euro pro Jahr.
 
Innovationspark Wackersdorf
 
Aktuell sind die BMW Group, Automobilzulieferfirmen und Dienstleistungsunternehmen ansässig. Die Kompetenzen des Industrie-, Gewerbe- und Logistikparks liegen derzeit auf den Bereichen
 
- Logistik, CKD Auslandsversorgung
- Cockpit Instrumententafel
- Sitze- und Schaumfertigung
- Tür- und Seitenverkleidungen
- Systemkomponenten aus Kunststoff
- Carbonfasergelegefertigung (2010 neu angesiedelt).
 
Enge Zusammenarbeit in gemeinsamen Kreisen ermöglicht es, kostensparende Synergien zu realisieren. Partnerschaft und Kommunikation sind er Schlüssel zum Erfolg. Zahlreiche Servicepartner vor Ort (Facility Management, Gastronomie, Gesundheitsdienst, Werksicherheit und Feuerwehr) bieten einen optimalen Rundum-Service. Darüber hinaus bietet der Innovationspark Potenziale für weitere Ansiedlungen durch Industrie, Gewerbe und Handel. Weitere Informationen unter Innovationspark Wackersdorf (www.innovationspark-wackersdorf.de) und auf dem Datenblatt in CORIS.
 
 
Entwicklungstendenzen
 
Die Entwicklungsphasen in der Automobilindustrie verkürzen sich ständig. Dies führt zu einer Verlagerung eines Teils der Produktentwicklung der Automobilhersteller vor Ort in ihre Produktionswerke, da eine direkte Abstimmung zwischen den Konstrukteuren und den Planern der Prozessabläufe eine Beschleunigung der Umsetzung ermöglicht.

Von den seit Jahren steigenden Produktionszahlen bei BMW profitieren auch die Zulieferer. Die Einschätzung herrscht vor, dass die Fertigungstiefe bei BMW weiter zurückgehen wird und die Bedeutung enger und guter Beziehungen zu den Zulieferern damit noch zunimmt.

Als weiterer Trend in der Automobilindustrie wird gesehen, dass bei den Zulieferteilen die Produktvielfalt ansteigt, was ein Sinken der Stückzahlen pro Variante impliziert. Diese Entwicklung, gepaart mit dem Service für Endkunden, die Ausstattung ihres Fahrzeuges bis wenige Tage vor der Herstellung noch ändern zu können, verkompliziert die Logistik und Produktionsplanung der Zulieferer zunehmend. Die regionale Nähe der Systemzulieferer zu den Automobilherstellern wird demnach weiterhin wichtig sein.

Auch das Outsourcing von bisher selbst erbrachten Leistungen wird zunehmen. In der Regel werden davon Unternehmen - Handwerker, Dienstleister und Industriebetriebe aller Art und Größe - profitieren, die im Umfeld der Werke liegen und sich flexibel auf die Bedürfnisse und hohen Qualitätsstandards der Automobilhersteller einstellen können. So wird z.B. erwartet, dass bis zu 80% (heute rund 40%) der elektronischen Teile eines Automobils von Zulieferern kommen werden.

 
Verbindungen zu anderen Clustern 

Zahlreiche Unternehmen aus dem Elektronik- und Kunststoffbereich sind Automobilzulieferer der ersten und zweiten Stufe und damit eng in die Entwicklung eingebunden. Bereits heute kommen rund 90% der Innovationen im Automobilbau aus der Elektronik.

Sensoren werden im Automobilbau zunehmend wichtig - Fahrzeuge der Premiummarken beinhalten über 100 entsprechende Systeme.

In der Region gibt es mit Flabeg einen Hersteller von technischem Glas, der Marktführer im Bereich Autospiegel ist.

Eine wichtige Rolle für den Wirtschaftszweig spielen die in Ostbayern ansässigen Sondermaschinenbauer, die auch Automobilwerke und deren Zulieferer ausrüsten.

Zudem werden komplette Logistikanlagen und Lagersysteme aus der Region bezogen. So ist Witron Generalunternehmer für Hochregallager, Gebhardt fertigt kundenspezifische Verpackungen und organisiert die innere Transportlogistik.

Aus der Informationstechnologie gibt es Zulieferer für spezialisierte Software z.B. für Steuerungen und Prozessoptimierung, zudem werden die üblichen Dienstleistungen wie Webdesign nachgefragt. Auch die Life Sciences bzw. die Biotechnologie können künftig Partner der Automobilindustrie werden, so wie es schon anderweitig praktiziert wird. Potenzial für gemeinsame Entwicklungen gibt es z.B. bei neuen Antriebssystemen, Kraftstoffen oder Karosserieteilen aus nachwachsenden Rohstoffen.

 


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